Sanierung des Radweges Bingen-Bacharach im Blick

Anfrage der FDP-Fraktion wurde durch die VG Rhein-Nahe beantwortet
Der Fuß-/Radweg zwischen Bingen und Bacharach verläuft unmittelbar entlang des Rheins und zählt zweifellos zu den schönsten Streckenabschnitten im Mittelrheintal. Für die BUGA 2029 ist er allerdings noch nicht tauglich, so Jörg Berres im Verbandsgemeinderat Rhein-Nahe. In 2029 ist mit einem sehr hohen Verkehrsaufkommen zwischen den wichtigen BUGA-Standorten Rüdesheim, Bingen, Bacharach und St. Goar zu rechnen.
Überwiegend verfügt dieser Fuß-/Radweg über eine Breite von rund zwei Metern, wobei es im Bereich von Niederheimbach merklich enger wird. Deutlich begrenzt wird der Radweg auf weiten Strecken durch die Eisenbahntrasse und eine stark abfallende Böschung zum Rhein, die kein Fehlverhalten erlaubt. Fehlende Ausweichoptionen erfordern insbesondere im Begegnungsverkehr eine hohe Aufmerksamkeit, vor allem bei unsicheren Fahrradfahrern oder wenn zugleich Fußgänger auf der Strecke unterwegs sind. Für mehr Sicherheit sollte der Weg im Rahmen der Möglichkeiten verbreitert, mehr Ausweichmöglichkeiten und eine Mittellinie geschaffen werden. Wenn die zahlreichen Deckenschäden bis zur BUGA saniert werden, dürfte dieser Radweg zu den Premium-Radwegen am Rhein zählen.
Derzeit lässt das Mobilitätskonzept der BUGA noch auf sich warten. Damit ist unklar, wie der Fuß-/Radweg bis Bacharach in diesem Konzept berücksichtigt ist. Vor diesem Hintergrund hatte der VG-Rat am 11.09.2024 auf Antrag der FDP beschlossen, mit den zuständigen Stellen den Fuß-/Radweg zwischen Bingerbrück und Bacharach auf die Tauglichkeit für eine deutlich erhöhte Verkehrsbelastung zu prüfen und – falls erforderlich – entsprechende Vorschläge für Ausbau- und Sicherungsmaßnahmen und deren Finanzierung zu unterbreiten. Die Antwort der Verwaltung liegt nun seit Juni 2025 vor und stimmt grundsätzlich optimistisch, so die FDP Rhein-Nahe. Allerdings müsse die weitere Umsetzung auch sach- und zeitgerecht erfolgen, so Jörg Berres und Rainer Kropp im Rat.
Ein Problem des Leinpfades, so wird der Fuß-/Radweg zwischen Bingerbrück und Bacharach genannt, sind auch die Zuständigkeiten. Bei diesem Weg handelt es sich größtenteils um einen Betriebsweg der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (Bund). Mit Verträgen darf dieser Weg von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden, so die Verwaltung Rhein-Nahe. Die Nutzer sind damit für die Verkehrssicherung und Unterhaltung dieser Wege verantwortlich.
Die Verwaltung erklärt weiter:
- In einer Machbarkeitsstudie wurde festgestellt, dass der Neubau eines durchgängigen Radweges straßenbegleitend zur B 9 nicht möglich ist. Daher soll der Leinpfad in Abstimmung mit dem Bund verbreitert werden, sofern es naturschutz- und wasserrechtlich tragbar ist.
- Konkrete Pläne für Sanierungsmaßnahmen hinsichtlich Straße und Rheinradweg sind nördlich von Bacharach bis zur BUGA im Zuständigkeitsbereich des LBM vorgesehen.
- Ebenfalls bis zur BUGA soll die Ortsdurchfahrt der B9 durch Bacharach inklusive des neu gestalteten Rheinradweges (in Teilen Verbreiterung und Trennung vom Fußverkehr) umgesetzt werden.
- Der (besonders anspruchsvolle) Radwegabschnitt zwischen Bingerbrück und Trechtingshausen ist aktuell in der Planung. Ziel ist es, die Maßnahmen bis zur BUGA umzusetzen.
- Für vergleichsweise kurze Strecken müssen noch Nutzungsverträge mit dem LBM nachgeholt werden, so zwischen dem Morgenbach in Trechtingshausen und der Straße „Am Turm“ in der Gemarkung Niederheimbach (Kiosk am Rheinufer an der Gemarkungsgrenze Oberdiebach, ca. 180 Meter).
Wie die Maßnahmen mit welchen Planungsvorgaben umgesetzt werden sollen, ist noch nicht hinreichend klar. Dies werden wir im VG-Rat weiter hinterfragen, so die Vertreter der Liberalen. Die beigefügten Fotos vermitteln einen Eindruck vom Handlungsbedarf.

