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25.08.2026: FDP Antrag zur Anfrage „Auskunft über die L214“ vom 20.05.2026 und Schreiben des Staatssekretärs Markus Wolf, Verkehrsministerium an BG Benedikt Seemann vom 03.07.2026

Für das Verkehrsministerium Rheinland-Pfalz hat der seit Jahren geforderte und derzeit noch in Planung befindliche Radweg zwischen Waldalgesheim und Stromberg keine hohe Priorität. Für Personen, die die kürzeste Strecke auf der L 214 zwischen den beiden genannten Orten zu Fuß oder häufiger mittels Fahrrad nutzen, bleibt die Unfallgefahr damit weiterhin hoch. Im Jahre 2018 kam es zu einem tödlichen Unfall mit einer jungen Fußgängerin. An den Unfallort wird noch heute mit Blumen und Kerzen erinnert.

L 214 mit Unfallstelle 2018

Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass Vertreter aus Waldalgesheim, einschließlich des Ortsbürgermeisters, einen Radweg entlang der L214 nicht unterstützen. Hintergrund dürften mögliche Kosten sein, die bei einer Realisierung auch anteilig von der Ortsgemeinde zu tragen wären. Die Höhe der Kosten dieser Maßnahme und die Kostenträger sind aber aus Sicht der FDP noch vollkommen offen. Festzustellen bleibt aber, dass derzeit eine Unterstützung aus Waldalgesheim fehlt, was die Bürgerinnen und Bürger wissen sollten. 

Für die Sanierung des Streckenabschnitts der L 214 im Bereich Weiler gilt aus Sicht des Verkehrsministeriums wohl der gleiche Sachverhalt einer zu geringen Priorität. Unklar bleibt im Schreiben des Ministeriums indes die Sanierung der Landesstraße 214 zwischen Stromberg und Waldalgesheim, die in keinem guten Zustand ist.

Aus einer Antwort der VG vom 23.04.2026 geht nach Informationen des LBM jedoch hervor: Die Fahrbahninstandsetzung ist im aktuellen Investitionsplan 2024-2028 des Landes enthalten, jedoch nicht im derzeitigen Bauprogramm. Eine Aufnahme in das Bauprogramm 2027/2028 ist vorgesehen. Die Umsetzung des Radwegs ist aufgrund der derzeitigen baurechtlichen Situation noch nicht absehbar.

Das o.g. Schreiben des Ministeriums wurde den Ratsmitgliedern der VG Rhein-Nahe mit den Unterlagen für die Ratssitzung am 26.08.2026 überlassen. 

Antrag der FDP vom 20.05.2026

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Seemann,

haben Sie vielen Dank für Ihre Antwort vom 23. April 2026 auf unsere Anfrage vom 1. April 2026 zur L 214. Die FDP-Fraktion bittet in der kommenden Sitzung des VG-Rates um Beratung und Beschlussfassung über nachfolgenden Antrag:

Radweg Waldalgesheim-Stromberg

Beschlussempfehlung:

Der VG-Rat bittet den Bürgermeister, sich unter anderem durch Schreiben an die zuständigen Stellen dafür einzusetzen, dass die planungs- und baurechtlichen Voraussetzungen für den Geh- und Radweg zwischen Waldalgesheim und Stromberg zügig geschaffen werden und das Projekt in das nächste Investitions- und Bauprogramm des Landes aufgenommen wird.

Begründung:

Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) hat mitgeteilt, dass die Umsetzung des Geh- und Radweges derzeit insbesondere aufgrund noch offener Fragen des Grunderwerbs sowie landespflegerischer Anforderungen verzögert wird. Ein konkreter Zeitpunkt für die Realisierung des Projektes ist daher derzeit nicht absehbar.

Damit verschiebt sich die Verbesserung der Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrer auf diesem Streckenabschnitt weiter nach hinten. Bereits im Jahr 2014 beschloss der VG-Rat, gemeinsam mit den zuständigen Kommunen und Planungsträgern die Verlängerung des Geh- und Radweges zu prüfen.

Am 18. April 2018 ereignete sich auf diesem Straßenabschnitt ein tödlicher Verkehrsunfall, bei dem ein zwölfjähriges Mädchen ums Leben kam. Auf Initiative des VG-Rates fanden hierzu Gespräche mit dem LBM vor Ort statt. Der Geh- und Radweg ist zudem im Maßnahmenvorschlag des Kreises Mainz-Bingen enthalten.

Beschluss: Dieser Antrag wurden mit 12 Ja, 5 Nein Stimmen bei 4 Enthaltungen beschlossen. 
(Die Nein-Stimmen kamen u.a. von Vertretern aus Waldalgesheim.)

3. Juli 2026 

Schreiben des Staatssekretärs Markus Wolf, MINISTERIUM DES INNERN, FÜR INTEGRATION UND VERKEHR, an BG Benedikt Seemann
Aufnahme von Straßen- und Radwegeprojekten in das lnvestitions- und Bauprogramm des Landes

Sehr geehrter Herr Seemann,

vielen Dank für Ihr Schreiben und Ihr Engagement für die Verbesserung der Straßenverkehrsinfrastruktur in der Verbandsgemeinde Rhein-Nahe. Die Sicherung und weitere Modernisierung der bestehenden Verkehrsinfrastruktur sind wichtige Anliegen der Landesregierung. Aus diesem Grund unternimmt die Landesregierung große Anstrengungen für die Erhaltung und den Ausbau des Straßennetzes in Rheinland-Pfalz sowie für die Verbesserung der Verkehrssicherheit. 

Ich kann Ihren Wunsch nach einer möglichst zeitnahen Realisierung des geplanten Geh- und Radwegs zwischen Waldalgesheim und Stromberg im Zuge der L 214 sowie der Sanierung der Fahrbahn für diesen Abschnitt und in der Ortsdurchfahrt Weiler bei Bingen nachvollziehen. Der LBM kann gleichwohl nicht alle Abschnitte der L 214 gleichzeitig angehen. Im derzeitigen Bauprogramm 2025/2026 sind bereits sieben Einzelmaßnahmen an der L 214 eingeplant.

Die notwendigen Sanierungs- und Ausbaumaßnahmen im Zuge von Landesstraßen können nur im Rahmen der dafür zur. Verfügung stehenden personellen und finanziellen Ressourcen umgesetzt werden, die der Landtag als Haushaltsgesetzgeber der Straßenbauverwaltung zur Verfügung stellt. Um die verfügbaren Haushaltsmittel zielgerichtet und nach Dringlichkeit einzusetzen, hat die Landesregierung eine Zustandserfassung und Bewertung der rheinland-pfälzischen Landesstraßen insbesondere nach deren Zustand, Verkehrsbelastung, Unfallhäufigkeit und Wirtschaftlichkeit der jeweiligen Baumaßnahmen vorgenommen. 

Diese Entscheidungskriterien haben ergeben, dass aufgrund zahlreicher Projekte mit größerer Dringlichkeit die von Ihnen angesprochenen Maßnahmen derzeit nicht in den Investitionsplan Landesstraßen 2024-2028 zur mittelfristigen Umsetzung aufgenommen worden sind. Beide Maßnahmen werden bei künftigen Fortschreibungen der Investitions- und Bauprogramme erneut betrachtet und entsprechend der dann vorliegenden Prioritätenlage neu bewertet.

Ich kann Ihnen jedoch versichern, dass bis zu weitergehenden Erhaltungs- beziehungsweise Ausbaumaßnahmen die zuständigen Landesbetriebe im Rahmen der laufenden Unterhaltung weiterhin einen verkehrssicheren Zustand der Landesstraße gewährleisten.

Für Ihr Interesse und Ihren Einsatz für die Belange der Verkehrsinfrastruktur vor Ort danke ich Ihnen.

Markus Wolf