Logo FDP Rhein-Nahe

01.04.2026 FDP Anfrage: Verkehrskonzept zur BUGA 2029 sowie Schreiben von BG Benedikt Seemann vom 23.04.2026

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Seemann,

im Rahmen der FDP-Anfrage vom 19.11.2025 teilten Sie u. a. mit, dass fünf eintrittspflichtige BUGA-Ausstellungsflächen vorgesehen sind, die durch die BUGA 2029 programmatisch bespielt werden. Daneben sind weitere Standorte – u. a. Bacharach mit seinen Rheinanlagen – als BUGA-Parks ohne Eintrittspflicht vorgesehen, die programmatisch vor Ort ausgestaltet werden sollen. Zugleich wird seitens der BUGA der Ansatz verfolgt: „Gastgeber ist das gesamte Tal“.

Radweg Bingen-Bacharach sollte ein Teil des Verkehrskonzepts sein


Im Rahmen einer gut besuchten Führung zur BUGA 2029 am 15.03.2026 in Bacharach durch Herrn Bürgermeister Dieter Kemmer, Herrn Andreas Stüber und Herrn Gunter Pilger wurde u. a. darauf hingewiesen, dass hinsichtlich des Verkehrskonzepts eine erhöhte Verantwortung auf die Stadt zukommen könnte, da Bacharach keine eintrittspflichtige Ausstellungsfläche darstellt.

Die bisherigen Planungen zur BUGA 2029 zielen zugleich auf ein übergreifendes, gesamträumliches Verkehrskonzept ab, insbesondere durch eine Gesamt-Mobilitätsstrategie mit Einbindung von Bahn-, Shuttle- und ggf. Kombiticket-Systemen sowie einer überregional gesteuerten Besucherlenkung.

Vor diesem Hintergrund bitten wir um Beantwortung folgender Fragen:

1. Wie stellt sich aus Sicht der Verwaltung die konkrete Rollen- und Aufgabenverteilung im Verkehrskonzept zur BUGA 2029 dar, insbesondere hinsichtlich der Zuständigkeiten zwischen BUGA-GmbH, Land, Verkehrsverbünden und den beteiligten Kommunen?

Hierbei geht es vor allem um die Rollen- und Aufgabenverteilung für die verkehrliche Planung und Umsetzung der BUGA in Rhein-Nahe und insbesondere für die Stadt Bacharach für Parkplätze, Wegeführung oder Beschilderung zur Entlastung von B9, Ortskerne und Rheinufer. Weitere Stichworte hierfür sind u.a., dass Besucher nicht im Tal parken, sondern z. B. an der A61 (Wiebelsheim) und dann per Shuttle in die Stadt gebracht werden sollen, Parkraum im Bereich der Stadt für PKW´s und Fahrräder, die Abstimmung / Einbindung mit den lokalen Schiffslinien oder der bereits erörterte Fahrradweg entlang des Rheins.

2. Welche konkreten Maßnahmen sind aus Sicht der Verwaltung erforderlich, damit die BUGA 2029 im Bereich Rhein-Nahe und insbesondere in der Stadt Bacharach verkehrstechnisch erfolgreich umgesetzt werden kann?

Mit freundlichen Grüßen

gez. Jörg Berres Rainer Kropp

Schreiben von BG Benedikt Seemann vom 23.04.2026


Sehr geehrter Herr Berres,

vielen Dank für Ihre Anfrage betreffend dem Verkehrs- und Mobilitätskonzept zur BUGA. Gerne gebe ich Ihnen nach Rücksprache mit den zuständigen planungsverantwortlichen Stellen eine Rückmeldung zum derzeitigen Sachstand.

Konkret handelt es sich im Folgenden um die Beantwortung der zwei Fragen vom 01. April 2026:

1. Wie stellt sich aus Sicht der Verwaltung die konkrete Rollen- und Aufgabenverteilung im

Verkehrskonzept zur BUGA 2029 dar, insbesondere hinsichtlich der Zuständigkeiten zwischen BUGA-GmbH, Land, Verkehrsverbünden und den beteiligten Kommunen?

Hierbei geht es vor allem um die Rollen- und Aufgabenverteilung für die verkehrliche Planung und Umsetzung der BUGA in Rhein-Nahe und insbesondere für die Stadt Bacharach für Parkplätze, Wegeführung oder Beschilderung zur Entlastung von B9, Ortskerne und Rheinufer.

Weitere Stichworte hierfür sind u.a., dass Besucher nicht im Tal parken, sondern z. B. an der A61 (Wiebelsheim) und dann per Shuttle in die Stadt gebracht werden sollen, Parkraum im Bereich der Stadt für PKW’s und Fahrräder, die Abstimmung / Einbindung mit den lokalen Schiffslinien oder der bereits erörterte Fahrradweg entlang des Rheins.

2. Welche konkreten Maßnahmen sind aus Sicht der Verwaltung erforderlich, damit die BUGA 2029 im Bereich Rhein-Nahe und insbesondere in der Stadt Bacharach verkehrstechnisch erfolgreich umgesetzt werden kann?

Der Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal ist derzeit mit der Erstellung eines umfassenden Mobilitätskonzepts befasst.

Die Verbandsgemeinde steht hierzu in engem Austausch mit dem zuständigen Projektleiter, Herrn Siech, um sich aktiv und frühzeitig in die Entwicklung des Konzepts einzubringen.

Ein erster Analysebericht wurde bereits erstellt, in dem der aktuelle Ist-Zustand sowie grundlegende Rahmenbedingungen und die derzeitige Verkehrssituation erfasst und dargestellt wurden. Darauf aufbauend folgt in der nächsten Phase eine Potenzialanalyse, aus der konkrete Maßnahmen abgeleitet werden sollen.

In diesem Zusammenhang besteht ebenfalls ein intensiver Austausch mit der BUGA 2029 gGmbH, um die Planungen aufeinander abzustimmen und Synergien bestmöglich zu nutzen.

Seitens der BUGA gGmbH wurden für die Bereiche Straßenverkehr, ÖPNV und Wasser grundlegende Arbeitsstrukturen aufgebaut sowie erste Informationsrunden durchgeführt.

Im Bereich Straßenverkehr und Sicherheit finden aufgabenbezogene Abstimmungsrunden statt, die von der Ebene der Autobahn GmbH bis hin zu den kommunalen Aufgabenträgern reichen. Dabei sind bzw. werden auch die Vertreterinnen und Vertreter der Polizei sowie der Ordnungsämter auf lokaler Ebene eingebunden.

Für den Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs wurde ein Lenkungskreis eingerichtet, in dem die Verkehrsverbünde und Aufgabenträger vertreten sind. In diesem Gremium erfolgt insbesondere die Kapazitätsplanung für den Schienenpersonennahverkehr.

Darüber hinaus steht die BUGA gGmbH auch im Austausch mit den Anbietern der Ausflugsschifffahrt, um eine abgestimmte Planung im Bereich Wasserverkehr sicherzustellen.

Für Bacharach und den Verkehr während der Bundesgartenschau im speziellen gelten derzeit die nachfolgenden Rahmenbedingungen:

Im Bereich Straßenverkehr besteht für die Kommune die Möglichkeit, ein eigenes Parkraumkonzept einschließlich Fahrradstellplätzen und Ladestationen zu entwickeln, beispielsweise im Rahmen des Fokus-Konzepts Mobilität des Zweckverbands Welterbe. Die Mitarbeitenden aus dem Bereich Planung und Bau stehen hierzu im Rahmen der investiven Maßnahmen in Bacharach bereits im Austausch mit der Kommune sowie der Verbandsgemeinde.

Für die BUGA-Gäste ist vorgesehen, dass diese auf temporären Parkplätzen im Raum St. Goar sowie in Bingen parken. Der Weitertransport zu den BUGA-Parks soll über Shuttlebusse erfolgen. Von dort aus steht der öffentliche Personennahverkehr als zentrales Mobilitätsangebot zur Verfügung, unter anderem auch für die Erreichbarkeit von Bacharach.

Im Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs sind sowohl für den Schienenverkehr als auch für die Buslinien des VRM zusätzliche Verstärkerfahrten in Planung. Darüber hinaus ist vorgesehen, mit einem BUGA-Tagesticket die Nutzung des ÖPNV zu ermöglichen.

Auch im Bereich der Ausflugsschifffahrt bestehen Planungen: Die Weiße Flotte beabsichtigt derzeit, ihre bestehenden Rundfahrten Im Jahr 2029 fortzuführen.

Für den Radverkehr werden derzeit Gespräche über die Einführung eines Fahrradverleihsystems geführt. Zudem ist vorgesehen, private Fahrradverleiher für Kooperationen und zusätzliche Angebote im Jahr 2029 zu gewinnen.

Der Landesbetrieb Mobilität hat darüber hinaus angekündigt, dass der Radweg zwischen Bingen und Bacharach in den kommenden Jahren instandgesetzt werden soll.

Die Verkehrslenkung soll über ein noch zu entwickelndes Beschilderungs- und Leitsystem erfolgen. Ziel ist es, eine möglichst gleichmäßige Verteilung der Besucherströme zu erreichen, sodass die BUGA-Parks entsprechend ihrer Kapazitäten optimal ausgelastet werden können.

In diesem Zusammenhang wird eine Untersuchung gemeinsam mit der Hochschule in Frankfurt durchgeführt. Parallel dazu erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit der Romantischer Rhein Tourismus GmbH, insbesondere im Hinblick auf den geplanten Einsatz eines „Digitalen Gästebegleiters“.

Sobald erste konkrete Konzepte vorliegen, kann die weitere Abstimmung mit dem Ordnungsamt der Verbandsgemeinde erfolgen, um deren Stellungnahme einzuholen.

Eine Abschrift dieser Antwort wird den im VG-Rat vertretenen Fraktionen zur Verfügung gestellt. Für Rückfragen oder einen weitergehenden Austausch stehe ich Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Benedikt Seemann