Oberdiebach 02.10.2008. Einer familiären Hauptschule im Mittelrheintal mit hervorragender Ausstattung und einem engagierten Lehrerteam werden die Zukunftsperspektiven genommen. Dies sei leider das nüchterne Fazit für den Standort Petersackerhof, kommentierte die FDP Landtagsabgeordnete Nicole Morsblech die Situation nach einem Besuch der verbundenen Grund- und Hauptschule mit Vertretern der FDP Rhein-Nahe in Rheindiebach. Für den Hauptschulbereich mit derzeit rd. 110 Schülerinnen und Schülern (2007 noch 140) bestünden mit Umsetzung des Schulkonzeptes der Landesregierung kaum noch eingeständige Entwicklungschancen. Wer schickt seine Kinder auf eine Hauptschule, die abgeschafft werden soll, fragt Schulleiter Klaus Jung resigniert. Für die 5. Klasse zählte man dieses Jahr noch 11 Anmeldungen. Nach Einschätzung von Jörg Berres, FDP Vorsitzender Rhein-Nahe, ist zusätzlich mit einem Abwandern von Hauptschülern zu den neuen Realschulen plus zu rechnen. Die rd. 60 Hauptschüler aus dem Süden der VG hätten mit dem neuen Schulgesetz auch die Möglichkeit, bei freien Plätzen zur geplanten Realschule plus nach Bingen und die rd. 50 Hauptschüler im Norden von Trechtingshausen zur Realschule plus oder IGS nach Oberwesel zu wechseln. Hierbei müsse man aber bedenken, dass die sehr guten Lernbedingungen in überschaubaren Lerngruppen am Petersackerhof eingetauscht werden gegen größere Einheiten. Vor diesem Hintergrund sei die Schulreform ein Etikettenschwindel, die an der Zielsetzung, Hauptschüler verstärkt zu fördern, vorbeigehe, so Nicole Morsblech.

Für Rudolf Renner, FDP Fraktionsvorsitzender in der VG haben Bürokraten am grünen Tisch in Mainz geplant und die Verbandsgemeinde Rhein-Nahe, die erst 2002 über 2 Millionen in die Schule investiert hat, wird im Regen stehen gelassen. Die FDP sieht jetzt die Kreisverwaltung Mainz-Bingen und das Land in der Pflicht, sich an einer Lösung des Hauptschulstandortes Petersackerhof aktiv zu beteiligen und die Eltern vor Ort einzubinden. Dies könne man jetzt nicht einfach auf die Verbandsgemeinde als Schulträger abwälzen. Es müssten Kooperationen mit den künftigen Realschulen plus in Bingen und Oberwesel oder auch andere Schulformen in privater Trägerschaft geprüft werden. Die FDP Fraktion im Rat der VG werde daher einen Antrag einbringen und den Bürgermeister der Verbandsgemeinde bitten, zu einer Veranstaltung nach Petersackerhof mit hochrangigen Vertretern aus Land und Kreis einzuladen. Diese anerkannt gute Ganztagsschule, die bisher sogar aus Hessen angenommen worden ist, habe eine zentrale Funktion für die Zukunft der Mittelrheingemeinden, die keine weiteren jungen Familien verlieren dürften, betont Berres abschließend.














